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Artbreeder: KI Kunst für jeden?

Artbreeder: KI Kunst für jeden?

Wenn du künstliche Intelligenz für deine künstleriche Arbeit anwenden willst, aber keine Programmierkenntnisse hast, ist die Software Artbreeder ein guter Startpunkt.

Funktionen: Mit Artbreeder kannst du Bilder fusionieren, um ein neues Bild/Video zu erschaffen, dass Charakteristika von beiden Bildern enthält.

How to

  • Zuerst musst du einen Account erstellen
  • Nach der Anmeldung klickst du oben rechts im Menü auf: »Create«
  • Nun wählt man aus, wie du die Bilder fusionieren möchtest
  • Nach der Auswahl der Bilder dauert es eine Weile, dann erhält du per E-Mail einen Link zum neuen Bild oder Video

Mein Ergebnis

Ich habe 5 Portraits von mir ausgewählt, um diese von einer KI nachbauen zu lassen:

Nach ein paar Minuten waren sie fertig. Dabei kamen folgende Bilder heraus:

Wenn man diese Bilder jetzt mit einer anderen Funktion des Artbreeders als Video fusioniert, sieht man, wie die Bilder langsam ineinander verlaufen. Diese Technik kennen viele bereits von Michael Jacksons berühmten Musikvideo zu »Black or White«

Fazit

Mit der kostenlosen Testversion kann man einen guten Eindruck erhalten. Das Pricing variiert zwischen 9$ und 39$ pro Monat – je nach Funktionsumfang.

Da die Erstellung jedoch so einfach ist, also von jedem ohne Vorwissen umgesetzt werden kann sowie nur wenige Einstellungen möglich sind, um sich von der Masse abzuheben und einen eigenen künstlerischen Stil zu entwickeln, halte ich den Einsatz für Künstler*Innen für problematisch. Meiner Meinung nach bedarf es einer größeren Leistung als dieser, um Kunst zu kreieren.

Diese Frage stelle ich mir häufig bei KI-Kunst: Ab wann ist es eine persönlich, geistige Schöpfung (frei nach der Definition des Urheberrechts)? Muss ich selbst programmieren, oder nur diese einfache Nutzung kreativ einsetzen? Einen Pinsel kann auch jeder schwingen, aber erst durch dessen kreativen Einsatz entsteht doch Kunst?

Ist der Artbreeder eher Malen-Nach-Zahlen? Was meint ihr: Schreibt es mir an @KulturData auf Twitter.

Wie funktioniert Artbreeder?

Nachdem wir gesehen haben, was es kann, stellt sich die Frage: wie funktioniert es? Die Bilder entstehen durch ein Generative Adversarial Network (GAN). Diese Art von neuronalen Netzen gehören in die Kategorie von Deep Learning bzw. Unsupervised Machine Learning Verfahren. Metaphorisch gesprochen wetteifern zwei Netze miteinander.

Eines erkennt Muster im Bilder-Datenset und erstellt daraus ein neues Bild. Das andere Netzwerk muss nun erkennen, ob es ein Fake ist. Daraufhin verbessert sich das erste Netzwerk und erstellt ein neues Bild. Wieder muss erkannt werden, ob es ein Fake ist. So lernen beide Netzwerk dazu.

Dieser Lernprozess lässt sich visualisieren – daraus entstehen die Bilder.


Der Code hinter Artbreeder (früher Ganbreeder) findet sich auf GitHub.