ChatBot erstellen – ohne Programmieren zu können

By 2020, the average person will have more conversations with bots than with their spouse. (Gartner, Martforschungsfirma)

Ob wir 2020 wirklich häufiger mit ChatBots sprechen als mit unseren Lebensgefährten? Und 1/3 der Gespräche sogar ohne einen Bildschirm  via Siri, Alexa und Co? Grund genug, zu schauen, was diese Chatbots überhaupt sind und wie man sie einsetzt. Am Ende des Artikels finden Sie eine Übersicht über Statistiken und Umfragen zum Thema ChatBot, um einen Überblick zu bekommen.

Wie man einen ChatBot baut, wurde auf dem Blog „MusErMeKu“ bereits verständlich erklärt. Daher empfehle ich an dieser Stelle, folgenden Link zu klicken – aber halt: Vorher noch diesen Blogbeitrag lesen, denn wissen Sie überhaupt, ob Sie einen ChatBot benötigen? Oder wozu Sie ihn einsetzen könnten?

Link gibt’s anschließen – und auch nur, wenn Sie zum Ergebnis kommen, dass Sie ein ChatBot benötigen, sonst entsteht das gleiche Problem wie auf Facebook und Twitter: Die meisten haben einen Account („kost ja nix“), haben aber weder eine Vision noch eine Strategie, aber wundern sich, wieso nur die eigenen Mitarbeiter auf „like“ klicken. Ich will hier keine Namen nennen, aber Sie wissen schon, wen ich meine….

Wir schauen uns also gemeinsam an, wozu zum Beispiel kulturdata einen ChatBot nutzen könnte.

  1. Welche Ziele und Leistungen verfolgt kulturdata und was kann ein ChatBot dazu beitragen?
  2. Was kann ein ChatBot und wie könnte ich diese Leistungen für kulturdata nutzen?

Diese beiden Vorgehensweisen sehen nur auf den ersten Blick ähnlich aus, unterscheiden sie sich jedoch maßgeblich, wie Sie gleich erkennen werden.

Zu (1) Eingliederung in die eigenen Ziele

Was sind die Ziele und Leistungen von kulturdata bzw. Ihrer Institution? Lesen Sie an dieser Stelle nicht weiter – machen Sie sich Gedanken! Ein Beispiel. Die Vision eines Theaters könnte es sein, die Gesellschaft aufzurütteln, sie über Ästhetik und Diskurse zu politisieren; von heute bis zum Ende des Theaterbetriebes. Die Strategie wäre es, in den nächsten 5 Jahren den Anteil an politischen Neuinszenierungen auf 70% zu erhöhen. Operative Ziele wären damit, die passenden Regisseure zu engagieren, politische Schwerpunkte setzten (Integration, Radikalismus, Gender…), die Marke der Vision anzupassen (die Mitarbeiter für das Thema begeistern oder entsprechendes Personal einstellen), Kooperationen aufbauen etc.

Bei kulturdata wären es andere Ziele. Vision: Die erste Anlaufstelle für Fachpublikum zum Thema „Digitale Transformation der Hochkultur“ zu werden. Strategie: Wissen aggregieren und neue Erkenntnisse veröffentlichen. Operationale Ziele: Jede Woche die neuesten Quellen finden, lesen und für Hochkultur adaptieren. Eigene Projekte entdecken und umsetzen, Kooperationen dazu aufstellen. Nun zur eigentlichen Frage: Was kann das ChatBot für dich tun? 

Jetzt folgt die kreative „Brainstormphase“. Offensichtliche Leistungen wären die operativen Ziele: Das ChatBot sucht für das Theater die passenden Regisseure, setzt Schwerpunkte, baut eine Marke auf…

Leider kann ein ChatBot dies nicht erledigen (Stand Juni 2017). Wir müssen also schon mal in die zweite Variante (2) reinschnuppern: Was kann ein ChatBot denn überhaupt? Um das herauszufinden, schauen wir uns an, was andere bereits damit anstellen (Best Practices) außerdem schauen wir uns die einzelnen Funktionen der Softwareanbieter an.

Best Practice

Eine Auswahl an interessanten ChatBots finden Sie bei musermeku. Hier dennoch eine kurze Zusammenfassung.

ChatBots können….

  1. das Wetter ansagen (Langweilig)
  2. Newsletter Dienste („Hier ist ein neuer Beitrag“)
  3. Erinnerungen erstellen (Interessant)
  4. Veranstaltungsempfehlungen auf der Grundlage des Standortes senden (Top)
  5. Häufig gestellte Fragen (FAQ) beantworten (Nimmt Arbeit ab!)
  6. Als „Anonymous Friend“ Jugendlichen dabei helfen, ihre Alkoholsucht in den Griff zu bekommen (Facebook Award 2017)
  7. Kunstwerke senden, die vorher getaggt wurden (mit Wörtern versehen, damit Computer sie erkennen) (San Francisco Museum of Modern Art)

Adaption für die Hochkultur

Mit diesen Funktionen im Hinterkopf fragen wir nun noch mal, welche der bestehenden Leistungen ein ChatBot übernehmen könnte – am besten in Kombination:

  • Es könnte bei schlechtem Wetter (1) denjenigen, der in der Nähe wohnt eine Veranstaltung für den Abend empfehlen (4)
  • Es könnte über neue Blogbeiträge des Theaters informieren („Hast du heute schon über Dialektik nachgedacht? Ein Tag ohne, ist ein verlorener Tag!“)
  • Das ChatBot könnte den Besuchern die häufgst gestellten Fragen beantworten, für die ein Serviceteam bezahlt werden müsste. „Wann beginnt der Vorverkauf?
  • Das ChatBot könnte den Abonnenten Zitate von politischen Reden zusenden
  • Das ChatBot könnte den Abonnenten ein Dilemma schildern und fragen: „Was würdest du tun?“ – und diese Ergebnisse sammeln für eine spätere Inszenierung
  • Weitere Ideen? Schreibt es mir in die Kommentare, dann füge ich es hinzu

Zu (2) Vom ChatBot aus denken.

Frage nicht, was das ChatBot für dich tuen kann, sondern frage: Was kannst du für das ChatBot tuen?

Chatbots wurden nicht dazu kreiert, einem Theater zu helfen. Wenn man es grob zusammenfasst, sind sie eine Möglichkeit, um (scheinbar) privat und unter 4 Augen mit einer Maschine zu kommunizieren. Statt Google oder Wikipedia zu fragen, frage ich ein ChatBot ähnlich wie Siri oder Alexa. Man schreibt in ganzen Sätzen und erwartet eine passende (quasi gut recherchierte) Antwort. Der USP ist somit die private,dialogische Kommunikation. Um konkreter zu werden, schauen wir uns Chatfuel und Botsociety an, zwei Onlinedienste, mit dessen Hilfe man ohne Programmierkenntnisse ein ChatBot für Facebook (geplant sind auch weitere Dienste) erstellen kann.

Interaktivität: Das Beispiel „Kurtzgeschichten“

Für meinen anderen Blog „Kurtzgeschichten“ habe ich mir diese Interaktivität bereits als Leitlinie genommen und diese als Kern genutzt, um neue Leistungen des Blogs mithilfe von Botsocitey zu erstellen: Interaktive Kurtzgeschichten. Die Funktionen sind bei dieser kostenfreien Version noch etwas begrenzt (am besten selbst ausprobieren), daher hab ich mich auf ein einfaches Auswahlschema beschränkt. Weitere Ideen wären: Welche dieser Menschen würden Sie in einen Park folgen? Worauf zwei Bilder angezeigt werden, man auf eines klickt und die Geschichte draufhin aufgespalten wird.

Dieser ChatBot befindet sich noch in der BETA und ist noch nicht erhältlich.

Kommen wir nun zu den genannten Beispielen des politischen Theaters und kulturdata. Das politische Theater könnte die Umfragenfunktion von Chatfuel nutzen (mehr zu Umfragetools hier). Hier finden sie ein flink zusammengestelltes Beispiel für diese Art der Kommunikation, die das Theater nicht zu seinen Leistungen zählt, aber vom ChatBot her gedacht, doch zu dessen Leistungen zählen könnte:

Das ChatBot von KulturData

Nehmen Sie an einem Zitate-Quizz teil, erhaltem Sie eine Übersicht über Kulturmanagement Studiengängen, Best Practices zur digitalen Transformation, Tools, Codes, Messenger-Interviews und Statistiken. Das alles ist mit dem ChatBot von KulturData möglich. Testen Sie es, ich freue mich über Feedback.

Nachdem Sie nun wissen, wofür man ChatBots nutzen kann: Hier nun der Link zu musermekus Übersicht über ChatBots, die wichtigsten Anbieter und wie man diese erstellt: Klicken. Am besten auch gleich ihre Facebookseite liken, die hier zu finden ist.

Statistiken

  • Prognose: 2020 mehr Kommunikation mit Bots als mit dem Lebenspartner (Gartner)
  • Jeder 4. (25%) in Deutschland könnte sich vorstellen ein ChatBot zu nutzen (Bitkom)
  • 9/10 bevorzugen bei Problemen mit Menschen zu sprechen (ebd.)

Quellen:

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2 thoughts on “ChatBot erstellen – ohne Programmieren zu können

  1. Hallo Holger,

    vielen Dank für die Empfehlung vom MusErMeKu-Beitrag. Und an dieser Stelle auch noch einmal danke für die Umsetzung des 5-Fragen-Interviews im Chat-Format via Facebook-Messenger. Eine gute Idee – das Lesen wirkt dadurch noch einmal anders als im Blog. Gut möglich, dass einige diese Form sogar bevorzugen, weil es interaktiver wirkt.

    Viele Grüße, Angelika
    musermeku.org

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