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Nachfrage nach »Theater« auf Google ist seit Jahren rückläufig

Nachfrage nach »Theater« auf Google ist seit Jahren rückläufig

Google Trends ist ein Tool, das die Suchanfragen, die in die Suchmaschine Google eingegeben werden zeitlich untersucht. Dabei werden verschiedene Suchanfragen zu »Themen« zusammengefasst, um z.B. Suchen nach »Theater in meiner Nähe« und »Berlin Theater« dem Thema Theater zuzuordnen. Außerdem lassen sich mehrere Themen miteinander vergleichen, um zu erkennen, welches Thema häufiger nachgefragt wird.

So lassen sich Trends erkennen, die zwischen 2004 und heute (2020) in der Suchmaschine stattfanden. Die Daten, die Google öffentlich macht, sind relative Daten: Das Datum, an dem im betrachteten Zeitraum die Anzahl der Suchanfragen am höchsten war, wird 100 zugeordnet. Tagen, an denen die Anzahl der Suchanfragen halb so hoch war, wird die Zahl 50 zugeordnet.

(Anmerkung: In Google Ads lassen sich auch absolute Zahlen einsehen, aber nicht seit 2004).

Museen, Theater und klassische Musik auf Google

[Link zu größerer Darstellung auf Google]

Es zeigt sich, dass das Thema Klassische Musik weit abgeschlagen hinter den Themen Museum und Theater liegt. Diese beiden hingegen habe zwischen 2004 und 2020 einen Wechsel in der Nachfrage erlebt.

Theater als sehr saisonales Thema (Tiefpunkt im Sommer, Hochpunkt im Nov/Dez) schaffte es bis etwa 2011 in den Wintermonaten über die relativ konstanten Suchanfragen nach Museum. Doch spätestens seit 2016 liegt die Nachfrage nach Theater unter den Museen. Im November 2019 schafften die Museen eine Nachfrage, die Theater zuletzt 2006 erreicht haben. Der generelle Knick im Jahr 2020 entstand durch die Schließungen von Theatern und Museen durch Corona.

Theater verlieren an Nachfrage

Wählt man nur das Thema Theater aus und lädt die Daten herunter, lassen sich auch Durchschnittswerte pro Jahr errechnen. So ergibt sich folgendes Bild von 2004-2020:

[ø relative Nachfrage auf Google]

Da immer mehr Menschen (auch ältere Personen) das Internet bzw. ein Smartphone nutzen, habe ich eigentlich mit einem Anstieg der Suchanfragen nach Theater gerechnet. Außerdem wird Google immer besser darin, einzelne Suchanfragen zu Themen zu clustern – was auch einen Anstieg zur Folge haben sollte. Da dies nicht so ist, fand ich das Ergebnis dieser – doch eher zufälligen Entdeckung – so spannend.

Gehen auch die Besuchszahlen zurück?

Vor dem Ticketkauf googeln viele Nutzer nochmal kurz den Namen des Theaters, um auf deren Webseite zu gelangen. Daher würde ich folgende aufeinander aufbauende Hypothesen aufstellen:

  1. Die Webseitenaufrufe von Theatern sind saisonal wie die Google-Suchen
  2. –> die Webseitenbesuche sind daher seit 2004 weniger geworden
  3. –> weniger Onlinekäufe

In der »aktuellen« Theaterstatistik des Deutschen Bühnenvereines für die Spielzeit 2017/18 heißt es:

Inklusive der öffentlich getragenen Theater, der Festspiele, der aufgeführten Privattheater, der selbstständigen Sinfonieorchester und der Rundfunkorchester besuchten 2017/2018 rund 34,7 Millionen Zuschauer*innen (im Vorjahr ca. 35,5 Millionen) die Häuser. Das ist in etwa der Stand wie in der Spielzeit 2012/2013.

Pressemitteilung

Dem Zitat entnehme ich, dass die Zahl der Besuche (Anmerkung: es wird zwar immer von Besuchern gesprochen, aber de facto Besuche gezählt. WTF, Bühnenverein?) zwar schwankt, aber 2012 wie 2017 war. Also eher gleichbleibend statt deutlich abnehmend. Die verringerten Suchanfragen hätten also keinen großen Einfluss auf die Anzahl der Besuche.

Ich habe vor Jahren mal vergeblich versucht, die Theaterstatistik als Datei zu erhalten. Sie liegen mir leider auch nicht gestapelt physisch vor und eine Internetrecherche ergab nur die Gesamtanzahl der Besuche pro Jahr seit 2012, die jedoch schwer über die Jahre vergleichbar ist, da z.B. auch mal Musicalhäuser aufgenommen (und dann wieder herausgenommen) wurden.

Hat jemand die Besuchsdaten und kann sie mit dem Rückgang an Nachfragen vergleichen? Woran könnte der Rückgang liegen?

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